Nach 20 Jahren in einer der grössten Unterwasserbau Unternehmen haben sie sich nun entschieden eine eigene Firma zu gründen, was hat Sie dazu motiviert?
André Brinsa: Nachdem wir bereits eines der grössten Unternehmen in dieser Branche von Anfang an begleiten und mit aufbauen durften, war für uns der Hauptpunkt für die Selbständigkeit, dass wir so mehr Freiheiten in der Gestaltung und Durchführung von Projekten und Aufträgen haben.
Uns ist es wichtig, dass unsere Auftragsgeber wissen, dass wir nicht nur grosse Projekte wie zum Beispiel den Bau eines neuen Wasserkraftwerks unterstützen, sondern auch die genauso wichtigen kleineren Arbeiten wie Reinigungsarbeiten und anfallende Kontrollen anbieten. Als selbständiges Unternehmen können wir das unkompliziert umsetzen.
Auch durften wir bereits verschiedenste Arbeiten an den exklusivsten Anwesen der Schweiz verrichten. Uns liegt es aber auch am Herzen, dass die Menschen welche in Wassernähe wohnen und weniger gut aufgestellt sind, von unserer Arbeit profitieren können. Wir haben eine Lösung für jedes Budget.
David Simon: Als wir 2004 anfingen zusammen zu arbeiten, hat sich das schnell zu einer guten Freundschaft entwickelt. Hier wurde die Basis für die spätere Entscheidung der Selbstständigkeit gelegt. Irgendwann im Leben kommt man an einen Punkt, an dem man sein Leben neu ausrichten, sich weiterentwickeln und sich neuen Herausforderungen stellen möchte. Nur so kann man weiterhin motiviert seiner Leidenschaft nachgehen und Erfolg mit dem haben was man gerne macht. Deshalb fiel uns die Entscheidung für dieses neue Kapitel in unserem Leben nicht schwer.
Welche Dienstleistungen bieten Sie mit Aquatekk an?
David Simon: Wir bieten nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den angrenzenden Gebieten unsere Dienste an. Zu unseren Auftraggebern zählen Baubranchen, Industrie, Gemeinden und Kantone. Aber auch Privatpersonen gehören zu unseren Kunden.
Unter Wasser führen wir Montagen, Reparaturen, Sanierungen, Reinigungen, Inspektionsarbeiten, Betonier-, Schweiss-, Abbrenn-, und Trennarbeiten durch. Auch das Wechseln von Bojen, bauen von Fischtreppen und reinigen von Ansaugfiltern der Trinkwasseranlagen, sowie arbeiten bei Baustellen, deren Grundwasserspiegel nicht gesenkt werden darf oder Instandhaltungsarbeiten von Ufermauern und Böschungen, Inspektionen von Wasserkraftwerken und Brückenpfeiler, bieten wir an.
Wir führen Renaturierungen durch, oder kontrollieren auch schon Mal Wärmetanks der grossen Schokoladenfabriken.
André Brinsa: Die Arbeiten an den Schokoladenfabriken macht besonders viel Spass. Da kann man sich dann nach getaner Arbeit schon mal das ein oder andere Stückchen Schokolade gönnen. (lacht) Spass beiseite. Wir führen unter anderem auch Kartierungen mit Multibeam Sonar durch. Für Arbeiten die tiefer als 50 Meter sind, setzen wir ROV’s, ferngesteuerte Unterwasserroboter, ein. Neben High- Tech setzen wir auch auf nachhaltige Alternativen. Wenn es technisch möglich ist, ist es uns ein Anliegen mit unserer Arbeit etwas zur Umwelt beizutragen. Ufermauern werden zum Beispiel oft betoniert. Mauern kann man aber auch durch Filtermatten mit Steinkörben sichern, so dass eine „lebendige“ Mauer entsteht, die Fischen und anderen Kleinlebewesen ein wertvolles Habitat bietet.
Unseren privaten Grundgedanken für eine nachhaltige Umwelt möchten wir, so gut es geht, auch auf unsere Firma übertragen.
Wie gehen Sie mit unangenehmeren Arbeiten um, wie zum Beispiel der Einsatz in Kläranlagen?
David Simon: Jeder Auftrag ist anders und nichts wiederholt sich. Das ist es was unseren Beruf so spannend und abwechslungsreich macht. Wir arbeiten an den schönsten Orten in der Schweiz, da macht es nichts aus wenn man auch mal in einer „shitty position“ ist. André und ich sind ein eingespieltes Team. Nach so vielen Einsätzen dieser Art, hat man keinerlei Berührungsängste.
André Brinsa: Bei unserer Arbeit geht es vor allem um vertrauen. Wenn ich nicht tauche, dann koordiniere ich als Supervisor alles vom Boot oder vom Land aus und gebe David Anweisungen. Ich sorge für seine Sicherheit und umgekehrt muss ich auf die genaue Umsetzung meiner Anweisungen durch David bauen. Man vertraut einander auch in unangenehmen und gefährlichen Situationen und das schweisst zusammen.
Wie gefährlich ist Ihre Arbeit unter Wasser?
David Simon: Es besteht immer ein gewisses Risiko, aber durch unsere langjährige Erfahrung können wir immer flexibel reagieren. Verschiedene Wetterbedingungen wie extreme Kälte und Wärme aber auch Dunkelheit und Strömungen, darauf muss man sich einstellen. Man darf nicht in Panik geraten, sondern muss in jeder Situation die Ruhe bewahren.
André Brinsa: Man braucht viel Konzentration und eine gute Vorbereitung. Physische und psychische Fitness spielen ebenso eine wichtige Rolle. Wenn man alles vorausplant werden Gefahren automatisch gemindert.
Zu David Simon:
David Simon hat 1999 den Sprung von der Fotografie hin zum Offshore-Diver gemacht. Hochspezialisiert hat der gebürtige Spanier von Afrika bis Asien auf Ölplattformen und Meeres- Windparks gearbeitet. Die Ozeane tauschte er 2004 der Liebe wegen mit Schweizer Unterwasserbaustellen ein.
Zu André Brinsa:
André Brinsa hat zusätzlich zur Ausbildung als Maschinenmechaniker noch Betriebspsychologie draufgesetzt. Seinen Marketing-Job hängte er vor 18 Jahren zugunsten des Beruftauchens an den Nagel. André Brinsa ist auf die akribische Vorbereitung jedes Taucheinsatzes spezialisiert. Sicherheit ist die erste Priorität.